Soziales Lernen

Konzept der Schule

Soziales Lernen in der STS Altrahlstedt  – Ein Konzept der Schule in Kooperation mit der Hamburger Kinder- und Jugendhilfe (HaKiJu)

Die Stadtteilschule Altrahlstedt und der Hamburger Kinder- und Jugendhilfe e.V. haben im Rahmen ihrer Kooperation ein Konzept entwickelt, dass das Soziale Lernen in den Jahrgängen 5-7 stark fördert. Ziel ist es, eine gute Lernatmosphäre zu entwickeln, die für uns ein wichtiger Grundpfeiler für Lernerfolg ist.

Erstes Halbjahr im Jahrgang 5

Im Jahrgang 5 wird im ersten Halbjahr mit einem Sozialen Lernen im Klassenverband begonnen. Dieses findet in jeder Klasse, einmal pro Woche in einer Doppelstunde statt. Durchgeführt wird es von einem gemischten Team aus einem Sozialpädagogen der Schule, einem Sozialpädagogen von  HaKiJu  und, wenn möglich, dem Klassenlehrer. Dieses Dreierteam bereitet die jeweilige Stunde vor und reflektiert den Prozess.

Konkrete Inhalte des Sozialen Lernens wurden gemeinsam von Sozialpädagogen der Schule und HaKIJu entwickelt. Es gibt bestimmte Themenmodule, die uns wichtig erscheinen. Die Themen sind so aufgebaut, dass sie die Klassengemeinschaft fördern, um ein entspannteres  Lernen zu ermöglichen.

Folgende Inhalte werden bearbeitet:

· Klassenklima: Sich und die anderen kennen lernen, Werte, Normen, Regeln (Entwickeln von Klassenregeln), Implementierung eines Klassenrates, Freundschaft, Vertrauen

· Soziale Wahrnehmung: Erkennen und äußern von Gefühlen, Grenzziehung, Selbstbehauptung und Affektmanagement

· Förderung von Kooperationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft

· Erarbeitung von Konfliktlösungsstrategien

Zweites Halbjahr im Jahrgang 5 bis Ende der Klasse 7

Jede Klasse muss in diesen eineinhalb Schuljahren neben einer verpflichtenden Projektwoche zum Thema Mobbing mindestens ein Modul „Soziales Lernen“ pro Schuljahr belegen, um Thematiken bedarfsorientiert zu vertiefen.

Durchgeführt wird das Soziale Lernen von den bereits erwähnten Dreierteams. Wenn Sie mehr über die Inhalte der Module erfahren wollen, klicken Sie hier.

Die Gruppenzusammensetzung aus der jeweiligen Klasse richtet sich nach Bedarf und Thema. Die Inhalte können die aufgezeigten Module sein, können aber auch andere, für die Klasse gerade wichtige Thematiken umfassen.

Wann welche Klasse mit dem modularen Sozialen Lernen dran ist, entscheiden die Jahrgangsteams gemeinsam. Die Inhalte bestimmen die Klassenlehrer und Sozialpädagogen in Absprache mit den Kindern der Klasse. Das Soziale Lernen ist regelmäßig Thema in den Jahrgangsteamsitzungen und wird stets in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern, den Schulsozialpädagogen und den Mitarbeitern von HaKiJu weiterentwickelt.

V.I.P – Very important person- Projekt im Jahrgang 6

Das Konzept fand seinen Ursprung in dem Wunsch der Lehrer, genauer auf die Arbeitsorganisation der Schüler zu schauen, da es sehr unterschiedlich ist, mit welchen Startbedingungen Schüler in die nächste Stunde gehen. Es gibt Kinder, die zu Beginn der Stunde alles bereit gelegt haben, es gibt aber auch Kinder, die nicht wissen, wo beispielsweise ihre Stifte, Hefte oder Bücher sind.  In dieser heterogenen Gemengelage ist folgende Idee entstanden:

Ein Coach (Sozialpädagoge) blickt mit einer ressourcenorientierten Sichtweise auf die Themen des Kindes. Die Inhalte und die Dauer des jeweiligen Coaching können stark variieren. Bei Bedarf gibt es eine Einbeziehung der Eltern, um eine Weiterentwicklung des Kindes auf breiter Ebene zu initiieren und für bestenfalls dauerhafte Nachhaltigkeit zu sorgen.

Das Format hierfür sind Einzelsettings. Hierzu wird der Coach, der einer bestimmten 6.Klasse zugeordnet ist, zweimal pro Halbjahr für je 15 Minuten alle Schüler der Klasse einzeln im Differenzierungsraum der Klasse treffen, da der Zugang der Kinder zu ihren Lernmaterialien notwendig ist. Die Treffen finden während der Kernkompetenzzeiten statt.

Kinder, die keine Unterstützung in diesen organisatorischen Bereichen benötigen, werden mit positiven Betrachtungsweisen und Rückmeldungen (Selbstreflexion) durch den Coach gestärkt. Alle Schüler erhalten ein positives  Feedback des Coaches vor der gesamten Klasse.

Übergreifend für die Jahrgänge 5-7: Soziale Kompetenz-Kurse (SKT)

Die Stadtteilschule Altrahlstedt  bietet in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Kinder- und Jugendhilfe e.V. seit dem Schuljahr 2013 / 2014 Kurse im Rahmen des Sozialen Kompetenztrainings an.

In diesem Rahmen gibt es die Möglichkeit für je einen Kurs „Soziales Kompetenz Training“ für Mädchen und einen Kurs für Jungen der Jahrgänge fünf bis sieben.

Soziales Kompetenz Training

Für wen?

·         8 Jugendliche der Jahrgangsstufe 5 – 7

Wofür?

·         Ausbau und Förderung einer differenzierten sozialen Wahrnehmung

·         Erhöhung der sozialen Urteilsfähigkeit

·         Ausweitung des Repertoires sozialer Handlungsweisen

Wo?

·         In den Räumen der Schule

Laufzeit

·         Ein Schulhalbjahr

Was bieten wir?

·         Ein wöchentliches Gruppentraining à zwei Stunden

·         Krisenintervention

·         Möglichkeit zur Vermittlung zwischen Schule, Kindern und Elternhaus

Inhalte

  • Erlernen der Fähigkeit zur Perspektivübernahme
  • Erkennen des Stellenwertes von Freundschaften
  • Entwicklung von Problemlösestrategien für soziale Interaktionen
  • Entwicklung von moralischen Wertvorstellungen
  • Kommunikative Fertigkeiten
  • Erleben eigener Wirksamkeit
  • Überwinden von Misserfolgen
  • Selbstvertrauen und Selbstsicherheit
  • Erkennen und Ausdrücken von Gefühlen
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Stabiles Selbstbild
  • Selbstkontrolle und Selbststeuerung
  • Rationales Verhalten in Konflikten

Trainingsmethoden

  • Strukturiertes Rollenspiel
  • Ampelkarten
  • Positiv fokussiertes Feedback (sowie Feedback-Partnerschaften)
  • Erlebnispädagogische Einheiten
  • Kooperations- und Team-Building-Spiele
  • Kleingruppenarbeit
  • Verhaltensregeln
  • Trainingsrituale
  • Systemisch konfrontative Verstärkung/Rückmeldung
  • Übungen zum Transfer

Für die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule ist es besonders wichtig, die Systeme über einen guten Informationsaustausch anzunähern.

Das Soziale Lernen in den Jahrgängen 5-7, so wie oben dargestellt, ist eine Konzeptidee, die davon lebt, stets weiterentwickelt zu werden.

Hierfür ist es besonders wichtig, Eindrücke und Rückmeldungen beiderseits fließen zu lassen. Nur so kann es gelingen, einen Mehrwert für alle Beteiligten zu erzielen.